Feedback zu „Feedback“

Eine alte Schriftstellerweisheit besagt, wenn du als Autor ein schlechtes Gefühl bei deiner Story hast, liegt das vermutlich daran, dass die Story schlecht ist.

Flashback: Ihr, unser ungnädiges Publikum, habt Little More Sonic ja bei unserer Facebook-Abstimmung dazu verdonnert, in der nächsten Geschichte die Weeping Angels als die Schurken einzuführen — vermutlich aus reiner Bosheit, weil es in einem Hörspiel kaum schwieriger umzusetzende Bösewichte geben dürfte. Aber man wächst ja an seinen Aufgaben, dem wollte ich mich stellen, und so habe ich ein erstes Exposé unter dem Titel „Feedback“ erstellt, das in meinen Augen „einigermaßen“ funktioniert hätte — aber gleichzeitig hatte ich dabei kein besonders gutes Gefühl.

Nun habe ich dieses Exposé unserer obersten Strippenzieherin Sina und meiner Ko-Autorin Verena zukommen lassen, und dummerweise sind beide in ihrem Feedback zu „Feedback“ (…) zu demselben Urteil wie ich gekommen: Das klappt nur einigermaßen, aber nicht richtig. Bei näherem Hinsehen ist die Story zu vielschichtig und verwoben, als dass da jemand noch durchblicken würde („zu timey-wimey…“). Kompliziert statt komplex, zumal wenn wir den Hörern nur akustische, aber keine optischen Hinweise geben können. Die Alternative wäre, so viele explizite Erklärungen zu geben, dass eine — ohnedies actionarme Story — noch mehr den Drive verlieren würde. Also lautet das Urteil, ab in den Papierkorb dafür, „kill your darling“, auch wenn’s weh tut.

Aber falls ihr euch dafür interessiert, wie ein Exposé aussieht, das es nicht bis zur Realisierung geschafft hat — hier für euch „Feedback“, soweit es gediehen ist:

Exposé „Feedback“

Es fehlt allerdings der Kniff, mit dessen Hilfe der Doctor die Weeping Angels wieder in die Schranken weist, und zwar aus gutem Grund: Man soll sich ja nicht zu schnell ins Bockshorn jagen lassen, und so habe ich zusammen mit Verena eine neue Story-Idee entworfen, die wir weiter verfolgen wollen, und die denselben Gag wie „Feedback“ haben soll. Arbeitstitel: „Die Geister von Notre-Dame“. Stay tuned.

P.S.  — Und auch Verena hat angekündigt, eventuell mit einer neuen Story ins Rennen gehen zu wollen.

Explosion einer 250kg-Bombe

And now for something completely different:

Gestern wurde an der Stadtgrenze zwischen Nürnberg und Fürth ein Blindgänger aus dem 2. Weltkrieg gesprengt, namentlich eine 250kg-Bombe, die bei Bauarbeiten zum Vorschein gekommen war.

Da sich der Böller nicht entschärfen ließ, entschied das Sprengkommando sich zu einer kontrollierten Zündung. Hier das audiophile Resultat, aufgenommen von unserem Balkon ca. 2.5km vom Ort der Sprengung entfernt. In den ersten paar Sekunden hört ihr in einer Distanz von ca. 75m vorüberfahrende Blaulichter zum akustischen Vergleich, das richtige Feuerwerk legt nach ca. 26 Sekunden los:

Ich nehme an, das Ergebnis ist der Tatsache geschuldet, dass die Bombe mit Stroh und Wassersäcken gedämmt wurde.

Die Kleinen werden flügge

Während ich mit meinen potenziellen neuen Chefs zusammensitze, um Musicalideen für den Sommer 2019 und darüberhinaus auszuhecken, vergieße ich eine Träne im Hinterkopf — die Proben für „Eidolon“, unsere nächste LMS-Story beginnen nämlich, und sie beginnen ohne mich.

Klar, das war ja auch so gewollt: Nachdem wir LMS und E-Space vorsichtig aufs Gleis gesetzt haben, wird es jetzt ja auch langsam Zeit, Verantwortung abzugeben. Bei E-Space hat Stefanie schon für die aktuelle Produktion „Mytilene“ die Regie übernommen, und bei der darauffolgenden Geschichte „Den die Muse küsst“ wird nicht einmal mehr das Manuskript von mir, sondern von Verena stammen: Spätestens dann bin ich 100%ig raus. Hier bei „Eidolon“ habe ich noch das Skript geliefert, aber ich spreche keine Rolle mehr und werde mich in Sinas Regie auch nicht mehr nicht mehr als nötig einmischen.

Auf der einen Seite freut es mich ungemein, zu sehen, dass das Projekt floriert, und es erfüllt mich mit Stolz, dass wir es geschafft haben, neue kreative Kräfte zu versammeln (und dass wir selber uns überwinden konnten, loszulassen), aber natürlich ist da auch eine wehmütige Zähre dabei.

Ich bin sehr gespannt auf das Ergebnis!