Feedback zu „Feedback“

Eine alte Schriftstellerweisheit besagt, wenn du als Autor ein schlechtes Gefühl bei deiner Story hast, liegt das vermutlich daran, dass die Story schlecht ist.

Flashback: Ihr, unser ungnädiges Publikum, habt Little More Sonic ja bei unserer Facebook-Abstimmung dazu verdonnert, in der nächsten Geschichte die Weeping Angels als die Schurken einzuführen — vermutlich aus reiner Bosheit, weil es in einem Hörspiel kaum schwieriger umzusetzende Bösewichte geben dürfte. Aber man wächst ja an seinen Aufgaben, dem wollte ich mich stellen, und so habe ich ein erstes Exposé unter dem Titel „Feedback“ erstellt, das in meinen Augen „einigermaßen“ funktioniert hätte — aber gleichzeitig hatte ich dabei kein besonders gutes Gefühl.

Nun habe ich dieses Exposé unserer obersten Strippenzieherin Sina und meiner Ko-Autorin Verena zukommen lassen, und dummerweise sind beide in ihrem Feedback zu „Feedback“ (…) zu demselben Urteil wie ich gekommen: Das klappt nur einigermaßen, aber nicht richtig. Bei näherem Hinsehen ist die Story zu vielschichtig und verwoben, als dass da jemand noch durchblicken würde („zu timey-wimey…“). Kompliziert statt komplex, zumal wenn wir den Hörern nur akustische, aber keine optischen Hinweise geben können. Die Alternative wäre, so viele explizite Erklärungen zu geben, dass eine — ohnedies actionarme Story — noch mehr den Drive verlieren würde. Also lautet das Urteil, ab in den Papierkorb dafür, „kill your darling“, auch wenn’s weh tut.

Aber falls ihr euch dafür interessiert, wie ein Exposé aussieht, das es nicht bis zur Realisierung geschafft hat — hier für euch „Feedback“, soweit es gediehen ist:

Exposé „Feedback“

Es fehlt allerdings der Kniff, mit dessen Hilfe der Doctor die Weeping Angels wieder in die Schranken weist, und zwar aus gutem Grund: Man soll sich ja nicht zu schnell ins Bockshorn jagen lassen, und so habe ich zusammen mit Verena eine neue Story-Idee entworfen, die wir weiter verfolgen wollen, und die denselben Gag wie „Feedback“ haben soll. Arbeitstitel: „Die Geister von Notre-Dame“. Stay tuned.

P.S.  — Und auch Verena hat angekündigt, eventuell mit einer neuen Story ins Rennen gehen zu wollen.

Von Spülbürsten, Umblättern und Gänsehaut…

Eine anstrengende, aber erfolgreiche Woche liegt hinter den Hörspiel-Schmieden!

Vergangenen Mittwoch fand im „Clinc“ in Fürth die Generalprobe unseres Stückes „Eidolon“ mit dem fünften Doctor statt. Es gab kein Entkommen vor dem feinen Gehör unserer Regisseurin Sina, die immer noch das eine oder andere äußerst verbesserungswürdig fand. So wurde viel „gespielt“ und wiederholt; wie sollte das nachher funktionieren, wenn wir vor dem Mikro still stehen sollen, und keine Hilfsmittel mehr haben? Bisher hatte Doctor Marc immer die Spülbürste zu Hilfe genommen, weil sein Schallschraubenzieher gerade nicht greifbar war.  Dadurch kam das „Was tun Sie!?“ von Mrs. Clemm recht überzeugend rüber. Johannes als Poe spielte sich den Abend über durch die verschiedensten Gemütszustände von heiter bis wolkig als gäbe es kein Morgen. Mit gemischten Gefühlen und guten Ratschlägen ging es spät abends für alle nach Hause.

Samstag um 10:00 wurde es dann ernst. Bei Light Nine Records in Roßtal ankommen und ein vorbereitetes Studio vorfinden – purer Luxus.

Zuerst ein wenig Dehn- und Lockerungsübungen, sogar von unserer Regisseurin, dann ging es los. Aufgenommen wurde diesmal nicht in chronologischer Reihenfolge, sondern wir fingen mit Poes Rezitieren von Gedichten an. Und man fing noch mal an. Und noch mal… Und beschloss den Aufnahmeplan anzupassen. Poe brauchte etwas Nachhilfe von Peri, wie man ein Gedicht „richtig“ vorträgt. Wir wissen nicht, wie Stefanie es geschafft hat, aber als Johannes dann vor dem Mikro loslegte, sorgte er bei der gesamten Mannschaft für den ersten von vielen Gänsehautmomenten.

Langsam aber sicher spielten wir uns warm. Trotzdem kam diverse Male über die Kopfhörer ein ungnädiges „Nochmal von vorn“ von Sina. Zurecht, wie es sich herausstellte.

So oft wir verzweifelten, so oft lachten wir auch. Vor allem der Vorschlag, wie das Geräusch des Umblätterns zu vermeiden ist, war banal genial: „Dann blättere halt nicht um.“ Es kann so simpel sein… (man könnte natürlich auch seinen Text auswendig lernen, räusper).

Weitere Steine, die uns stolpern ließen, waren ein Brummen der Technik, das abgestellt werden wollte, nachlassende Energie und Konzentration der Beteiligten, eine Mrs. Clemm, die sich allein vor dem Mikro gar nicht mehr in die Rolle finden wollte und für eine weitere Verzögerung sorgte (mea culpa). Umso besser funktionierte es, als ich Mitspieler Marc sehen und wir uns wie in der Generalprobe zuspielen konnten.

Marc als Doctor bekam auf die Schnelle vom Autor einen zusätzlichen Satz ins Script geschrieben. Und nur dieser einer Satz sorgte bei uns für einen weiteren Gänsehautmoment!

Endlich, endlich war die Aufnahme im Kasten! Alles proben hat sich gelohnt, und ich denke, das Stück wird einer Tragödie würdig.

Was nun folgt, sind Grobschnitt der einzelnen Tonspuren, Geräuscheffekte suchen und im Feinschnitt alles zusammenstellen. Jörg und Bryan werden sich dieser Aufgabe widmen und ich hoffe, ich kann bald eine Premierenfeier ankündigen…

Bis dahin viel Spaß mit den Fotos (© Jörg Tremmel) von Generalprobe und Aufnahme!

Explosion einer 250kg-Bombe

And now for something completely different:

Gestern wurde an der Stadtgrenze zwischen Nürnberg und Fürth ein Blindgänger aus dem 2. Weltkrieg gesprengt, namentlich eine 250kg-Bombe, die bei Bauarbeiten zum Vorschein gekommen war.

Da sich der Böller nicht entschärfen ließ, entschied das Sprengkommando sich zu einer kontrollierten Zündung. Hier das audiophile Resultat, aufgenommen von unserem Balkon ca. 2.5km vom Ort der Sprengung entfernt. In den ersten paar Sekunden hört ihr in einer Distanz von ca. 75m vorüberfahrende Blaulichter zum akustischen Vergleich, das richtige Feuerwerk legt nach ca. 26 Sekunden los:

Ich nehme an, das Ergebnis ist der Tatsache geschuldet, dass die Bombe mit Stroh und Wassersäcken gedämmt wurde.